Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft (BRW)

"EliTA – Eltern in Teilzeit-Ausbildung"

Filmbeitrag von der Preisverleihung

Anlass für die Initiative

Die Idee zur Entwicklung der Weiterbildung EliTA – Eltern in Teilzeit-Ausbildung – entstand zum einen im Rahmen des engen Austausches des Bildungsinstituts der Rheinischen Wirtschaft (BRW) mit regionalem Jobcenter und Agentur für Arbeit, zum anderen durch die langjährige Vernetzung des BRW mit Ausbildungsbetrieben in der Region.

Mit Stand April 2008 befanden sich allein im Kundenkreis der ARGE Euskirchen etwa 730 Mütter unter 35 Jahren, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten, jedoch bisher aufgrund ihrer familiären Eingebundenheit nicht über eine reguläre Vollzeitausbildung in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Insbesondere Alleinerziehende waren und sind von dieser Negativspirale sehr häufig betroffen und in der Folge oftmals langfristig auf den Bezug staatlicher Transferleistungen angewiesen. Dabei handelt es sich bei diesen zahlreichen Müttern und Vätern um ein hohes Potenzial, welches dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zwar theoretisch zur Verfügung steht, bisher aber praktisch in weiten Teilen vom Erwerbsleben und somit auch von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen war.

Die beschriebene, oftmals unbefriedigende berufliche Situation auf Elternseite trifft inzwischen auf die wachsende Schwierigkeit vieler Ausbildungsbetriebe, geeigneten Mitarbeiternachwuchs zu rekrutieren. Sowohl der demographische Wandel als auch die alarmierende Landflucht vieler junger Menschen aus dem ländlich geprägten Kreis Euskirchen führen schon jetzt teilweise zu einem akuten Mangel an qualifizierten Bewerbern bei zu besetzenden Ausbildungsplätzen.

Die Ausbildung in Teilzeit wurde jedoch bisher kaum praktiziert. Es bedurfte in der Konsequenz einer Initiative, um die Verankerung der Teilzeitberufsausbildung öffentlichkeitswirksam und auf breiter Front voranzutreiben und somit dem Informations- und Beratungsbedarf der Ausbildungsverantwortlichen Rechnung zu tragen.

 

Bildungsinstitut der rheinischen Wirtschaft
Preisträger Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft / Projekt "EliTA"; v.l.n.r.: DIHK-Präsident Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann, Kerstin Wessels, Klaus Bäumer, Gabriele Stein-Priesnitz, Juryvorsitzender Christoph Obladen (Foto: David Ausserhofer)

Zielgruppen

1. Eltern: alleinerziehende und in Partnerschaft lebende Mütter und Väter, die in der Regel noch nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen; vorausgesetzt wird ein vorhandener Schulabschluss (mindestens Hauptschulabschluss nach Klasse 9, im Einzelfall sind Ausnahmen möglich) und das Bestreben, nach der Projektteilnahme eine Berufsausbildung im Bereich Wirtschaft und Verwaltung oder Gesundheit und Pflege zu absolvieren. Eine Alterbeschränkung gibt es nicht.

2. Regionale und überregionale ausbildende und an Ausbildung interessierte Betriebe: Das noch fehlende Know-how der Mehrheit der Unternehmen um die Existenz und die Praktizierung der Teilzeitberufsausbildung bedingt die enge Zusammenarbeit mit ausbildenden oder an Ausbildung interessierten Betrieben im Rahmen des Projektes. Sie stellen somit die zweite wichtige Zielgruppe dar, ohne deren Einbezug langfristige Entwicklungen in der Ausbildungslandschaft nicht initialisiert werden könnten.

3. Multiplikatoren: Institutionen, Einrichtungen, Verbänden und Netzwerke, welche als Multiplikatoren fungieren können, zum Beispiel regionale Familienzentren, Beratungsstellen, Frauen- beziehungsweise Elternverbände und das bundesweite Netzwerk für Teilzeitberufsausbildung.

 

Zielsetzung

Ziel 1: Die fachliche Vorbereitung der Projektteilnehmer auf eine Ausbildung durch Aneignung ersten ausbildungsrelevanten Wissens sowie die langfristige Integration in den ersten Ausbildungs- und somit Arbeitsmarkt durch Aufnahme einer Berufsausbildung im Anschluss an die Projektteilnahme.

Ziel 2: Die Gewinnung von Ausbildungsplätzen in Teilzeit durch Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Betriebsansprache sowie die Beratung und Unterstützung ausbildender Betriebe, Institutionen, Behörden bei der langfristigen Implementierung der Teilzeitberufsausbildung.

Ziel 3: Die Gewinnung von Multiplikatoren, um den Bekanntheitsgrad der Berufsausbildung in Teilzeit und somit auch deren Praktizierung auf breiter Front voran zu treiben.

 

Charakteristika

Inhalte:

EliTA verfolgt einen ganzheitlichen Förder- und Qualifizierungsansatz, um die Mütter und Väter nicht nur in ihren fachlichen, sondern langfristig ebenso in ihren methodischen und alltagspraktischen Fähigkeiten sowie essentiellen Schlüsselkompetenzen zu stärken.

Die dementsprechend vielfältigen Inhalte der 6-monatigen Weiterbildung dokumentieren diesen ganzheitlichen Ansatz:

1.   Allgemeine berufliche Qualifizierung: Auffrischung allgemeinbildender schulischer Kenntnisse (zum Beispiel Mathematik, Rechtschreibung), Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, EDV (MS Office-Paket) mit Abschlusstest und Zertifikat der zuständigen Industrie- und Handelskammer, Schriftverkehr, Englisch, Berufskunde und Bewerbungs-Coaching.

2.   Berufsfeldspezifische Qualifizierung für Teilnehmer mit kaufmännisch-verwaltendem Ausbildungsziel: Modul "Grundlagen der Buchführung" mit Abschlussprüfung und Zertifikat der zuständigen Industrie- und Handelskammer

3.   Berufsfeldspezifische Qualifizierung für Teilnehmer mit Ausbildungsziel im Berufsfeld Gesundheit / Pflege: Modul "Gesundheitsschutz und Hygiene" mit Abschlussprüfung und Zertifikat der Ärztekammer Nordrhein

4.   Methodische Kompetenzen: Lerntechniken, Einführung in das E-Learning / Selbstgesteuertes Lernen.

5.   Alltagspraktische Kompetenzen: Finanzmanagement (effizient Haushalten mit kleinem Budget), Hauswirtschaft und Ernährung, Elternkurs (Austausch zu klassischen Erziehungsfragen).

6.   Schlüsselqualifikationen: Kommunikation und Präsentation, Konfliktmanagement, Zeitmanagement.

Ablauf und Umsetzung:

Zu Beginn der Projektteilnahme absolvieren alle Teilnehmer eine Reihe eignungsdiagnostischer Tests. Mithilfe der Testresultate werden individuelle Entwicklungspotenziale erfasst, die berufliche Eignung identifiziert und in Folge dessen die jeweilige Berufswahl konkretisiert.

Nach zwei Dritteln der Projektlaufzeit absolvieren die Teilnehmer ein mehrwöchiges betriebliches Praktikum mit dem Ziel, das bereits gewonnene Wissen praktisch anzuwenden, den Alltag im jeweils gewählten Berufsbild zu erleben und sich ausbildenden Betrieben als potentielle Auszubildende vorzustellen. Wichtiges thematisches Element eines Betriebsbesuchs durch den Integrationsbeauftragten ist darüber hinaus auch die Eruierung der aktuellen Ausbildungssituation des Unternehmens im Hinblick auf gegebenenfalls vorhandene Ausbildungskapazitäten sowie Information und Beratung des Unternehmens zum Thema Teilzeitausbildung.

Im Anschluss an die Praktikumsphase kehren die Teilnehmer in den Unterricht zurück, welcher sich bis zum Ende der 6-monatigen Teilnahmedauer aufgrund der bevorstehenden Abschlussprüfungen der jeweiligen Module nun mehr und mehr auf die berufsfeldspezifischen Inhalte konzentriert.

Bei Projektende noch nicht vermittelte Teilnehmer erhalten die Möglichkeit einer kostenlosen sechsmonatigen Nachbetreuung, welche der weiteren Begleitung der ehemaligen Teilnehmer dient und ihnen abseits familiärer Pflichten weiterhin einen Raum bietet für gezielte Bewerbungsaktivitäten und Coaching durch die Integrationsfachkräfte.

Während der gesamten Projektlaufzeit werden sowohl bereits bestehende Betriebskontakte des Instituts intensiv genutzt als auch neue erschlossen, um im Rahmen gezielter Matching-Aktivitäten Betriebe und geeignete Teilnehmer zusammen zu führen.

Die gesamte Qualifizierung der Teilnehmer erfolgt im Rahmen von Präsenzunterricht im Institut – entsprechend den zeitlichen Ressourcen der Teilnehmer in Teilzeit (montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr). Es besteht jedoch auch über die Anwesenheitszeiten hinaus für die Mütter und Väter jederzeit die Möglichkeit, über einen persönlichen Zugang zur institutseigenen internetgestützten Lernplattform, auf der vielfältige, projekt- und ausbildungsbezogene Materialien und Programme hinterlegt sind, Inhalte zeit- und ortsunabhängig zu wiederholen, vertiefen und auszubauen.

 

Welche Lehr- und Lernmethoden werden in Ihrer Initiative angewendet?

Die in EliTA angewandten Lehr- und Lernmethoden sind sehr vielfältig. Abhängig vom jeweiligen Lehrgangsmodul kommen abwechselnd Methoden wie Frontalunterricht, Rollenspiele, Einzelarbeit, Gruppenarbeit, sowie Diskussions- und Gesprächsrunden zur Anwendung. Auch die Arbeit mit modernen Informations- und Kommunikationsmedien ist selbstverständlicher Bestandteil: Jeder Teilnehmer erhält zu Projektstart einen "eigenen" PC, der im Rahmen des Unterrichts für die Dauer des Projektes ausschließlich von ihm genutzt wird.

Eine weitere, wichtige Lernmethode ist das eingesetzte E-Learning. Das BRW besitzt eine eigene, internetgestützte Lernplattform, auf welcher alle schulungsrelevanten Skripte, Aufgaben, Tests und Zusatzinformationen hinterlegt sind. Jeder Projektteilnehmer verfügt über einen individuellen Lernzugang zur Lernplattform, über den zeit- und ortsunabhängig selbstbestimmtes Lernen möglich wird. In gleicher Weise wird eine effektive pädagogische Betreuung zum Aufbau einer effektiven Zeit- und Arbeitsorganisation gewährleistet.

Die Kontrolle des Lernfortschritts erfolgt zum Teil selbst gesteuert (Übungsprogramme für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation), darüber hinaus auch über die institutseigene Lernplattform und schriftliche Zwischentests.

Über einen in die Lernplattform integrierten, projekteigenen Chat sind die Teilnehmer jederzeit in der Lage, zu Dozenten sowie untereinander Kontakt aufzunehmen, beispielsweise um sich während der Praktikumsphase auszutauschen oder um Fragen / Unsicherheiten zu klären, die sich aus der Bearbeitung einer bestimmten Aufgabe ergeben.

In individuellen Zielvereinbarungsgesprächen und Einzelreflexionen im Rahmen des Coaching-Prozesses wird abgeklärt, inwieweit die externen, arbeitsmarktrelevanten Anforderungen und die individuellen Zielsetzungen aufeinander abgestimmt werden können.

 

Erfahrungen bei der Umsetzung

Erfahrungen mit der Zielgruppe / den Teilnehmern:

EliTA stieß von Beginn an auf eine sehr positive Resonanz bei Müttern und Vätern und wird aufgrund dessen inzwischen an drei Standorten des BRW (Euskirchen, Krefeld, Bergheim) angeboten. Bisher konnten bereits elf Projektdurchgänge mit großem Erfolg durchgeführt werden.

Die inzwischen mehr als 150 Projektteilnehmer/-innen zeigten sich vom Projektstart an durchgehend hoch motiviert und sehr zielstrebig, wobei sie gerade im Bereich wichtiger Schlüsselkompetenzen (Organisationsgeschick, Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt) von ihrer familiären Verantwortung profitieren.

Das Altersspektrum der Teilnehmer ist sehr groß und reicht bisher von der mit 19 Jahren jüngsten Teilnehmerin bis zur mit 42 Jahren bisher ältesten Teilnehmerin. Auch die schulische Vorbildung der Teilnehmer gestaltet sich sehr heterogen und reicht vom Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bis zum Abitur oder abgebrochenen Studium. Mehrheitlich handelt es sich bei den Teilnehmern um alleinerziehende Mütter, die die Doppelbelastung von alleiniger Erziehungsverantwortung und Absolvieren einer Ausbildung nicht scheuen, um sich und der Familie eine bessere und vor allem von staatlichen Transferleistungen unabhängige finanzielle Zukunft zu sichern.

Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer konnten in Ausbildung (alternativ Arbeit, weiterführende Schule) vermittelt werden. Bis auf wenige Ausnahmen konnten die Teilnehmer die Tests in den berufsfeldspezifischen Modulen erfolgreich absolvieren und erreichten somit auch das fachliche Ziel der Teilnahme – die Aneignung erster Ausbildungsinhalte.

Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit ausbildenden oder an Ausbildung interessierten Betrieben:

Während bei der Durchführung des ersten Projektdurchgangs noch keiner der im Rahmen der Betriebsansprache kontaktierten Betriebe über die Existenz der Teilzeitausbildung informiert war, konnte in den vergangenen zwei Jahren der regionale Bekanntheitsgrad der Teilzeitausbildung merklich gesteigert werden. Häufig bestehende Vorbehalte der Unternehmen gegenüber "älteren Auszubildenden mit Kind" sowie gegenüber dem Modell Teilzeitberufsausbildung können im Rahmen des Beratungs- und Matching-Prozesses oftmals ausgeräumt werden. Hierbei erweist sich das betriebliche Praktikum als wichtiger "Türöffner" für die Teilnehmer, da sie hier vielfach durch ihre hohe Motivation, sehr gute Leistungen und das bereits vorhandene ausbildungsrelevante Vorwissen überzeugen können. Es konnten inzwischen auch überregionale Unternehmen, insbesondere aus dem Bereich Einzelhandel, für die Teilzeitausbildung gewonnen werden.

 

Ist Ihre Initiative auf andere Unternehmen oder Branchen übertragbar?

Schon seit Jahren werden berufsvorbereitende Projekte (wie die klassische Berufsvorbereitung BvB) von großen Konzernen verschiedenster Branchen in Eigenregie durchgeführt, um sich so den Zugriff auf geeignete Auszubildende zu sichern. Auch das Projekt EliTA kann modellhaft als ein Instrument zur Rekrutierung von Auszubildenden dienen mit dem Unterschied, dass hier eine völlig neue Gruppe an potentiellen Auszubildenden erschlossen wird.

Durch Vorschaltung einer EliTA-ähnlichen Ausbildungsvorbereitung (zum Beispiel mit Überprüfung der individuellen beruflichen Eignung, Vermittlung erster berufsbezogener Inhalte sowie wichtiger Soft Skills und durch Durchführung interner Praktika) eröffnet sich für Unternehmen unabhängig von der jeweiligen Branche die Möglichkeit, zu besetzende Ausbildungsplätze passgenau und gemäß den betrieblichen und berufsbezogenen Ansprüchen / Anforderungen zu besetzen. Auch auf die vermittlungsbezogenen Beratungs- und Qualifizierungsangebote durch Jobcenter (Argen) und Agentur für Arbeit ist EliTA übertragbar.

 

Wie trägt Ihre Initiative zur Entwicklung von Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Handlungskompetenz bei?

Damit die Integration der Teilnehmer/-innen in Ausbildung gelingen kann, erfordert die Teilnahme von Beginn an ein hohes Maß an Eigeninitiative und Motivation seitens der Teilnehmer.

Auf der Ebene der individuellen Persönlichkeit werden die Teilnehmer sensibilisiert für die eigenen Stärken und Entwicklungspotenziale. Durch Beratung, individuelle Förderung sowie im Rahmen des Unterrichts werden vielfältige Kompetenzen gestärkt und tragen langfristig zur Steigerung der eigenen Handlungskompetenz bei. Eigene Verhaltensweisen werden reflektiert und es erfolgt die aktive Auseinandersetzung mit beruflichen und alltagsrelevanten Themen / Konfliktbereichen, die in der Rolle als Mutter / Vater und zugleich Berufstätige/-r häufig auftreten.

Auch auf fachlicher, berufsfeldbezogener Ebene (Hard Skills wie EDV, Betriebswirtschaftslehre, Buchführung) lernen die Projektteilnehmer von Beginn an, sich Inhalte nicht nur unter Anleitung, sondern unter tutorieller Begleitung stattdessen eigeninitiativ und selbstbestimmt anzueignen.

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Entwicklung von Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Handlungskompetenz ist die Vernetzung der teilnehmenden Eltern untereinander – auch über das Projektende hinaus. Es entstehen kleine soziale Netzwerke, aus denen heraus die Teilnehmer sich gegenseitig unterstützen, vom Babysitting bis hin zum Austausch bei beruflichen und privaten Problemen und praktischen Hilfen im Alltag.

Die Verfolgung des Grundsatzes "Hilfe zur Selbsthilfe" dokumentiert, dass mit EliTA nicht nur kurzfristige Erfolge erzielt, sondern nachhaltige Strukturen und Entwicklungen schafft und initiiert, von denen Eltern und Ausbildungsbetriebe langfristig profitieren.

 

Wie fördert die Initiative das arbeitsplatzbezogene Lernen?

EliTA fördert auf vielfältige Weise die methodische Kompetenz der Mütter und Väter, um am späteren Ausbildungs- und Arbeitsplatz auch selbstorganisiert zu lernen.

Sowohl die berufsfeldspezifischen Unterrichtsinhalte als auch das Training im Bereich der Soft Skills sind darauf ausgelegt, realitätsnahe Szenarien aus der Arbeitswelt aufzugreifen (zum Beispiel "Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz"), so dass die Teilnehmer den unmittelbaren Zusammenhang und Nutzen erkennen.

Das in EliTA eingebettete betriebliche Praktikum fördert schließlich ganz explizit das arbeitsplatzbezogene Lernen: Die Teilnehmer erproben das in der Theorie angeeignete Wissen und erhalten durch die Evaluation am Ende des Praktikums sowie kontinuierlich im Rahmen des Coaching-Prozesses während der Unterrichtsphasen wertvolle Rückmeldungen zu ihren Leistungen sowie ihrer Außenwirkung.

 

Wurde Ihre Initiative vom Unternehmen selbst oder maßgeblich von Beratern entwickelt?

Die Idee zum Projekt EliTA entstand im engen Austausch mit regionalen Jobcentern (Argen) und Agentur für Arbeit zu einem Zeitpunkt, an dem noch kein vergleichbares Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebot für Eltern ohne Berufsausbildung in der Region existierte. Das auf die Situation der Zielgruppe zugeschnittene Fachkonzept wurde vom Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft selbst entwickelt.

 

Wer ist der Kostenträger der Initiative?

Die Teilnahme der Eltern an EliTA erfolgt über Bildungsgutscheine, welche über das zuständige Jobcenter (ARGE) beziehungsweise die Agentur für Arbeit an die Mütter und Väter vergeben werden. Durch diesen sind alle im Rahmen der Teilnahme entstehenden Kosten abgedeckt, die Teilnehmer werden nicht zusätzlich finanziell belastet.

Die 6-monatige Nachbetreuung wird vom Bildungsinstitut unentgeltlich erbracht, das heißt, die hierbei entstehenden Kosten werden eigenfinanziert.

Otto Wolff-Stiftung Deutscher Industrie und Handelskammertag e.V.
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